Anglikaner und Altkatholiken - Wer sind sie?

Die Altkatholiken

Die verschiedenen unabhängigen altkatholischen Nationalkirchen Europas und Nordamerikas sind in der Utrechter Union - auf der Basis des Glaubens der ungeteilten Kirche des ersten Jahrtausends nach Christus - durch ihre Bischöfe miteinander verbunden. Unter ihnen hat der Erzbischof von Utrecht, nicht unähnlich dem des Erzbischofs von Canterbury innerhalb der anglikanischen Kirchengemeinschaft, einen Ehrenprimat inne. Glaube, Kirchenordnung und Gottesdienst sind entschieden katholisch; die päpstlichen universalen Unfehlbarkeits- und Jurisdiktionsansprüche werden aber zurückgewiesen. Die Altkatholiken stehen in voller Kirchengemeinschaft mit den anglikanischen Kirchen. Von Anfang an waren sie Mitglied des Weltrates der Kirchen und führen offizielle Dialoge mit den orthodoxen und mit der römisch-katholischen Kirche.

Die Anglikaner

Die Anglikaner sind eine weltweite Gruppe autonomer, bischöflich geleiteter Kirchen, die mit dem jeweiligen Erzbischof von Canterbury in Gemeinschaft stehen und ihm einen Ehrenprimat zugestehen. Anglikaner sind der Auffassung, dass die heilige Schrift alles enthält, was zur Erlösung des Menschen notwendig ist und dass die Glaubensbekenntnisse den Glauben hinreichend zusammenfassen; sie bekräftigen die Notwendigkeit der Sakramente der Taufe und der Kommunion und des historischen Bischofsamtes. In diesem Rahmen umfassen sie ein weites Spektrum theologischer Auffassungen: evangelikale, liberale und katholische, die die verschiedenen Einflüsse widerspiegeln, denen sie durch die Jahrhunderte ausgesetzt waren und die sie selbst geprägt haben. Anglikaner versuchen diese Einheit in Verschiedenheit zu leben, auch wenn dies unvermeidlich zu Spannungen führt.

Die Willibrord-Gesellschaft

Die anglikanische und altkatholische Willibrord-Gesellschaft ist gegründet worden, um engere Beziehungen zwischen Anglikanern und Altkatholiken zu fördern. Sie ermutigt und unterstützt den Kontakt unter Theologen, Laien und jungen Leuten der beiden Gemeinschaften. So versucht sie, die Bonner Vereinbarung von 1931 in die Praxis umzusetzen.


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